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Was sind eigentlich Shanties?
Shanties sind Arbeitslieder, die sich über die Jahre bei Gleisbauern und
Waldarbeitern sowie Dockarbeitern und Seeleuten zu Beginn des 19. Jahrhunderts
entwickelten. Aus diesen zwei verschiedenen Abstammungen resultieren auch
unterschiedliche Begriffe, der chanty und der shanty. Der Ursprung
wird auf der einen Seite im Französischen gesucht, die anderen sehen ihn in den
"shanteytowns", die sich um die Gleis- und Waldarbeitercamps bildeten.
In allen Fällen aber dienten Shanties dazu, die Arbeit zu erleichtern und
eintönige Arbeit etwas abwechslungsreicher zu gestalten.
Den Shanties liegt in der Regel ein gleichmäßiger Rhythmus zu Grunde, der im
Tempo zu der jeweils zu verrichtenden Arbeit passt. Er erinnert ein wenig an den
Rhythmus einer Dampfmaschine, die später die Arbeit, zu der Shanties gesungen
wurden, ablöste, der ja meist ebenfalls ein monotoner Arbeitsrhythmus zu Grunde
lag.
Ursprünge der Shanties auf Schiffen gab es seit 1493, die Blütezeit war
zwischen 1820 und 1920. Dampf- und Dieselmaschinen ersetzten die Arbeit des
Shanteyman, und nur noch der singende Teil der Tradition wird weitergeführt.
Viele Shanties verfügen über eine Vielzahl von Strophen, da über die Zeit
immer neue hinzukamen. Der eingängige Rhythmus und die einfache Reimstruktur
erleichtern dies.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Shanties:
Auf der einen Seite gibt es die Arbeits-Shanties, den short drag, den
long drag oder den capstan, die andere Hauptgrupe stellen die forecastle
oder fo´castle.
Short Drag Shanty:
Die short drag oder auch short haul shanties
wurden benutzt, wenn eine Arbeit ein schnelles Ziehen über eine relativ kurze
Zeit erforderte, zum Beispiel beim Setzen der Segel.
Long Drag Shanty:
Long drag oder halyard shanties wurden
bei schwererer Arbeit, die eine längere Zeit erforderte, angestimmt, zum
Beispiel beim Aufheißen einer Rah oder einer Gaffel. Diese Shanties weisen in
der Regel einen Refrain auf.
Capstan Shanty:
Der Capstan oder windlass shanty kam dann
zum Einsatz, wenn eine sehr lange und monotone Arbeit anstand, die einfach einen
Grundrhythmus benötigte, wie zum Beispiel das Aufholen eines Ankers mit dem
Handspill.
Forecastle Shanty:
Wenn denn am Abend die
Arbeit getan war und Zeit zum Entspannen war, wurden früher gern Lieder
angestimmt. Die Lieder handelten zum Beispiel von Orten, an denen man gewesen
war, von der Heimat, von der Liebe, von Abenteuern von Schlachten oder von
berühmten Männern. |