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Auch in der Zeit der modernen Schifffahrt mit Radar
und anderen Hilfsmitteln ist der Posten des Ausgucks nach wie vor wichtig und
unbedingt zu besetzen.
Auch wenn der Steuermann achtern schon vieles auf dem Radar gesehen hat, das man
gerade melden will, ist er doch auf die Informationen des Ausgucks angewiesen.
Der Ausguck erkennt vieles schneller (z.B. die Richtungsänderung eines
Schiffes) und sieht viele Sachen, die der Steuermann auch mit Radar nicht sehen
kann.
Kleine Schiffe und Boote, Fischernetze, Treibgut, schlafende Wale und viele
andere Hindernisse sind auf dem Radar unsichtbar. Deshalb haben wir immer
mindestens einen Ausguck.
Der Ausguck:
Der Posten des Ausgucks
wird von der stehenden Wache besetzt. In der Regel wechselt der Ausguck wie der
Rudergänger zu jeder vollen Stunde.
Er darf in dieser Zeit seinen Posten nur verlassen, um gesichtete Objekte dem
Steuermann zu melden.
Der Ausguck steht während seiner
Zeit auf der Back, bei Schwerwetter kann er auf das Manöverdeck zurückgezogen
werden. Ein Ausguck, der herumsitzt, nach hinten schaut, in ein Gespräch
vertieft ist oder gar einschläft gefährdet die Sicherheit des Schiffes und
aller Besatzungsmitglieder.
Er beobachtet den gesamten vorderen Sektor, das heißt, alles was vorlicher als
querab ist. Wichtig ist es, dass der Ausguck nicht nur am Horizont nach
Schiffen, Land oder Leuchtfeuern Ausschau hält, sondern mindestens ebenso
intensiv die Wasserfläche beobachtet.
Kleine Objekte wie Fischernetze, treibende Container etc. sind erst in geringen
Entfernungen auszumachen. Schnelles Erkennen ist hier um so wichtiger.
Hat man nun ein Objekt entdeckt, sind folgende Informationen wichtig:
Was ist es?
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Der Ausguck sollte
versuchen, das Objekt zu identifizieren. Ist es ein Schiff, ein
Leuchtfeuer, Land? Kann man eventuelle zusätzliche Anhaltspunkte erkennen
(Lichterführung, Leuchtkennung, Flaggenführung) |
| Wo ist es? |
Damit man das
Objekt auch auf dem Achterdeck erneut zeigen kann, muss man sich die
Position merken können. "Da vorne rechts" reicht als
Beschreibung nicht aus, daher wurde die Unterteilung in
"Striche" eingeführt:
Der gesamte vordere Sektor wird zunächst in backbord
und steuerbord unterteilt. Diese beiden
Sektoren werden nun in acht "Strich" aufgeteilt. 8 Strich ist
querab, 0 Strich wäre voraus.
Aus dieser Einteilung ergibt sich für einen Strich ein Bereich von
11,25°.
Kompassrose
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| Wie weit? |
Wenn man eine
Angabe über die Entfernung machen kann, sollte man diese auch dem
Steuermann mitteilen. Es ist recht wichtig zu wissen, ob ein Objekt eben
am Horizont aufgetaucht ist oder nur noch wenige Kabel
entfernt ist. |
Achtung: Der Ausguck darf nicht zu viel Zeit
investieren, um z.B. die Lichterführung eines Schiffes zu erkennen oder gar
warten bis das Fahrzeug nähergekommen ist um es dann erst zu melden!
Eine korrekte Meldung an den Steuermann hört sich ungefähr so an:
"Ich habe ein Schiff gesehen, 3 Strich steuerbord, am Horizont!"
"Ich habe eine Boje gesehen, 5 Strich backbord, etwa 1 Seemeile
entfernt!"
Ist das Objekt nicht näher zu erkennen, reicht auch eine Meldung wie:
"Ich habe auf 2 Strich steuerbord ein Licht gesehen!"
Der Ausguck wartet nun, bis der Steuermann das Objekt gefunden hat und kehrt
erst dann auf seinen Posten zurück.
Übergabe:
Auch beim Ausguck ist wie beim Rudergänger die richtige Übergabe wichtig:
Dem ablösenden Ausguck werden alle gemeldeten Objekte genannt und gezeigt. Erst
wenn der neue Ausguck diese gefunden hat, darf der abgelöste Ausguck seinen
Posten verlassen.
Tagsüber begibt er sich auf direktem Wege zum Steuermann, um mitzuteilen, dass
er abgelöst wurde. Anschließend übernimmt er wieder normale Wachpflichten.
Auf den Nachtwachen geht der Ausguck nach Ablösung noch eine Feuerrunde. Von
vorn nach achtern durch das Schiff gehend überprüft er jeden Niedergang auf
eventuelle Anzeichen eines Brandes. Entdeckt er nichts, begibt er sich aufs
Achterdeck, meldet seine Ablösung und das Ergebnis der Feuerrunde dem
Steuermann. Anschließens übernimmt er wieder normale Wachpflichten. |